Das Smartphone bestimmt unseren Alltag

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir uns wohl eingestehen: Das Smartphone bestimmt inzwischen einen großen Teil unseres Alltags. Es ist der erste Blick am Morgen und bei vielen auch der letzte am Abend. Dazwischen begleitet es uns praktisch überall. Beim Frühstück, im Auto, beim Einkaufen, im Wartezimmer, auf dem Sofa und sogar dann, wenn andere Menschen direkt neben uns sitzen.

Smartphone - Beziehungskiller
Das Smartphone bestimmt unseren Alltag

Das Erstaunliche daran ist, dass uns dieses Verhalten kaum noch auffällt. Es gehört einfach dazu. Jeder macht es. Und genau deshalb hinterfragen wir es kaum noch. Dabei frage ich mich manchmal, ob wir uns mit dem Smartphone nicht etwas ganz Wichtiges aus dem Alltag genommen haben.

Das Smartphone ist immer dabei

Geht man heute durch eine Fußgängerzone, sieht man ein Bild, das längst normal geworden ist. Menschen laufen mit gesenktem Kopf durch die Straßen. Manche schreiben Nachrichten, andere scrollen durch soziale Netzwerke oder schauen sich Videos an. Wieder andere telefonieren über Lautsprecher, sodass unfreiwillig jeder mithören darf.

Manchmal wirkt es fast so, als würde die Umgebung gar nicht mehr wahrgenommen werden. Schaufenster, Menschen oder schöne Plätze – vieles zieht einfach vorbei, ohne dass wir es wirklich sehen.

Natürlich nutze ich selbst ebenfalls ein Smartphone. Ich möchte gar nicht vorgeben, als wäre ich davon völlig unabhängig. Navigation, Fotos, Fahrpläne oder Nachrichten – all das erleichtert das Leben. Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel.

Trotzdem habe ich den Eindruck, dass aus einem praktischen Helfer für viele Menschen längst ein ständiger Begleiter geworden ist, den sie kaum noch aus der Hand legen können.

Treffen wir uns überhaupt noch – oder unsere Smartphones?

Besonders deutlich fällt mir das auf, wenn Menschen gemeinsam essen gehen.

Kaum hat jeder seinen Platz gefunden, landet zuerst das Smartphone auf dem Tisch. Keine Minute vergeht, bis der Erste einen kurzen Blick darauf wirft. Vielleicht ist eine neue WhatsApp eingegangen. Oder jemand hat ein Foto auf Facebook veröffentlicht. Möglicherweise gibt es gar nichts Neues – trotzdem wird nachgesehen.

Kurz darauf macht es der Nächste. Und dann der Dritte.

Eigentlich wollte man sich treffen, um miteinander zu reden. Stattdessen schweifen die Blicke immer wieder zum Display. Das Gespräch wird ständig unterbrochen, weil irgendwo etwas blinkt, summt oder vibriert.

Das Verrückte daran ist, dass sich inzwischen kaum noch jemand daran stört. Es ist einfach normal geworden.

Am Ende des Abends verabschieden sich alle mit den Worten: „Es war wieder richtig schön.“

Manchmal frage ich mich dann, was eigentlich so schön gewesen ist.

War es wirklich das Gespräch? Oder eher die Tatsache, dass alle gemeinsam auf ihre Smartphones geschaut haben?

Aufmerksamkeit ist eines der schönsten Geschenke

Eigentlich wünschen wir uns doch alle dasselbe. Ernst genommen werden. Zuhören. Gemeinsam lachen. Sich austauschen. Einfach das Gefühl haben, dass der andere wirklich da ist.

Genau das wird aber schwierig, wenn unsere Aufmerksamkeit ständig zwischen Gespräch und Display hin- und herspringt.

Vielleicht kennt jeder diese Situation. Man erzählt gerade etwas Persönliches, und plötzlich greift das Gegenüber zum Smartphone. Nur ganz kurz natürlich. Vielleicht dauert es nur zehn Sekunden. Trotzdem ist der Moment vorbei.

Unbewusst entsteht das Gefühl, dass irgendetwas auf dem Bildschirm gerade wichtiger ist als der Mensch, der direkt gegenüber sitzt.

Das muss gar nicht böse gemeint sein. Oft passiert es ganz automatisch. Trotzdem bleibt beim anderen manchmal das Gefühl zurück, nicht wirklich wichtig gewesen zu sein.

Auch Beziehungen bleiben davon nicht verschont

Noch deutlicher wird das zu Hause.

Früher setzte man sich nach Feierabend zusammen aufs Sofa und erzählte sich, wie der Tag gewesen war. Heute sitzt man zwar oft nebeneinander, beschäftigt sich aber mit völlig unterschiedlichen Dingen.

Der eine schaut Nachrichten. Der andere scrollt durch soziale Netzwerke. Zwischendurch wird kurz etwas vorgelesen oder ein lustiges Video gezeigt. Das war es dann häufig auch schon.

Natürlich gibt es Paare, bei denen das überhaupt kein Problem ist. Jeder Mensch empfindet das anders. Trotzdem glaube ich, dass Smartphones durchaus zu Beziehungskillern werden können.

Nicht wegen des Geräts selbst, sondern wegen der Aufmerksamkeit, die ihm geschenkt wird.

Wer immer wieder erlebt, dass das Smartphone wichtiger zu sein scheint als das gemeinsame Gespräch, fühlt sich irgendwann vielleicht zurückgesetzt. Daraus entstehen Missverständnisse, Frust oder Streit – oft ganz schleichend.

Es geht dann längst nicht mehr um das Handy. Es geht um das Gefühl, für den anderen nicht mehr an erster Stelle zu stehen.

Früher war nicht alles besser – aber manches anders

Ich möchte gar nicht in das übliche „Früher war alles besser“ verfallen. Das stimmt nämlich nicht. Auch damals gab es genug Dinge, über die man sich aufregen konnte.

Einen Unterschied nehme ich allerdings schon wahr.

Wenn wir uns früher in einer Kneipe oder zum Essen getroffen haben, wurde geredet. Über die Arbeit, die Familie, den letzten Urlaub oder das Bundesligaspiel am Wochenende. Man hat miteinander gelacht, diskutiert oder sich gegenseitig unterstützt.

Natürlich gab es auch Pausen im Gespräch. Niemand musste reden. Aber diese Pausen wurden nicht sofort mit einem Blick aufs Smartphone gefüllt.

Heute scheint jede freie Minute genutzt zu werden, um schnell noch etwas nachzusehen. Kaum entsteht für wenige Sekunden Ruhe, wandert die Hand fast automatisch zum Handy.

Ich frage mich manchmal, ob wir es überhaupt noch aushalten können, einfach nur dazusitzen und den Moment zu genießen.

Das Smartphone ist nicht das Problem

Versteht mich bitte nicht falsch.

Ich halte Smartphones für eine großartige Erfindung. Sie erleichtern unser Leben an vielen Stellen. Ohne sie würden viele Dinge deutlich umständlicher funktionieren. Auch ich möchte auf mein Smartphone nicht verzichten.

Vielleicht liegt das Problem also gar nicht im Gerät selbst, sondern in unserem Umgang damit.

Nicht jede Nachricht muss sofort gelesen werden. Nicht jedes Summen verlangt nach einer Reaktion. Und nicht jedes Foto muss noch während eines gemeinsamen Essens angesehen werden.

Vielleicht würden uns kleine smartphonefreie Zeiten guttun. Beim Essen oder Spaziergängen. Aber auch beim Kaffeetrinken mit Freunden oder einfach abends zu Hause.

Denn genau in diesen Momenten entstehen oft die Gespräche, an die wir uns noch Jahre später erinnern.

Am Ende sind es schließlich nicht die WhatsApp-Nachrichten oder die Beiträge in den sozialen Netzwerken, die unser Leben bereichern. Es sind die Menschen, mit denen wir lachen, diskutieren, schweigen oder einfach nur zusammensitzen.

Das Smartphone ist ein hilfreicher Begleiter. Mehr sollte es aber auch nicht sein. Denn die schönsten Verbindungen entstehen bisher nicht über WLAN oder mobiles Internet, sondern von Mensch zu Mensch.

Sind Smartphones sogar ein Beziehungskiller – diesen Artikel finde ich echt spannend!

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